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„Und Action!“: Die besten Tipps für Ski- und Snowboard-Videos

Text: Darian Leicher

Actioncams gehören inzwischen zum Standard für Wintersportler. Ob Sie ihren Freunden von Bergabenteuern berichten oder selbst in Erinnerungen an vergangene Trips schwelgen wollen: Wenn Sie ein paar Ratschläge beherzigen, gelingen großartige Aufnahmen im Schnee. Hier gibt es die besten Tipps für unvergessliche Ski- und Snowboardvideos sowie aktuelle Produktempfehlungen.

Vorbereitung

Machen Sie sich schon zuhause vertraut mit der Ausrüstung und den Einstellungsmöglichkeiten. Mit kalten Fingern auf der Piste zu hantieren, ist keine gute Idee. Außerdem kostet das wertvolle Zeit. Bergwelten kommen im Weitwinkel und in hoher Bildqualität (etwa Full-HD bei 1080p) bestens zur Geltung, Actionaufnahmen bei vielen Bildern pro Sekunde (frames per second/fps). Bei 100 oder 120 fps lassen sich klasse Zeitlupen darstellen.

Montage

Die Actioncam am Helm ist der Klassiker. Brustgurte erlauben zudem die Befestigung am Körper, Klemmvorrichtungen die am Skistock. Einige Hersteller bieten spezielle Stangen für die Hand an. Interessante Bilder liefern mit Klebehalterungen am Ski oder Snowboard angebrachte Kameras.

Planung

Was wollen Sie filmen? Welche Einstellungen wollen Sie nutzen? Entwickeln Sie eine kleine Geschichte, die Sie erzählen wollen. Die kann zum Beispiel schon mit der Anreise, dem Vorabend oder der Liftfahrt beginnen. Und dann konzentrieren Sie sich auf Ihr „Drehbuch“. Sammeln Sie zu viel Material, dauert es ewig, bis Sie alles durchgeschaut haben. Und auch beim Schneiden kommt später eher Frust auf.

 

Aufnahmen

Falls Sie andere Personen filmen, fahren Sie nah genug heran. Wegen des Weitwinkels sollten Sie praktisch an Ihren Filmpartnern „kleben“ (selbstverständlich ohne sie oder sich selbst in Gefahr zu bringen). Ein starres Element im Bild – etwa ein Teil des Helms oder des Skistocks – lenkt als „ruhender Pol“ von wackeligen Aufnahmen ab. Spielen Sie mit verschiedenen Kamerapositionen, um Abwechslung in Ihre Filme zu bekommen. Ausgefallene Perspektiven lockern das Ganze auf. Und da die Actioncams wasser- und stoßfest sind, machen sie (fast) alle Späße mit. Nehmen Sie aber nicht nur Ski- und Snowboard-Sequenzen auf, sondern auch Panoramen, einzelne Details und andere Menschen. Selbst coole Action-Szenen werden aneinandergereiht irgendwann fad.

Aufnahmen von oben

Profis und ambitionierte Hobbyfilmer greifen immer öfter zu Drohnen. Das bestätigt auch Starfotograf Michael Martin in einem Interview mit dem Spiegel. Er kann sich ein Leben ohne Drohne nicht mehr vorstellen: „Ich bin völlig angefixt. Die Drohne ist mein Wunderauge und die Vogelperspektive sowieso der Traum jedes Menschen.“ Richtig eingesetzt liefern sie atemberaubende Bilder vom Wintersport. Grundsätzlich ist das Fliegen mit Drohnen in Skigebieten nicht untersagt, die Betreiber dürfen es dennoch verbieten – und tun das auch meistens. Falls Sie Aufnahmen aus der Vogelperspektive planen, setzten Sie sich vorher unbedingt mit den Verantwortlichen der jeweiligen Skigebiete in Verbindung.

Nachbearbeitung

Generell werden Hobbyfilmer nicht allzu viel Zeit auf das Schneiden verwenden (können). Daher empfiehlt es sich, kurze Sequenzen aufzunehmen, die nicht viel Nachbearbeitung in Anspruch nehmen. Falls Sie doch nachbearbeiten, nicht verzweifeln: Wenn etwas nicht direkt so aussieht wie im aktuellen Warren Miller-Skifilm, kurz durchatmen und noch mal versuchen. Selbst Profis verbringen mehr Zeit mit Schneiden als mit Filmen.

Spaß und Sicherheit

Tage in den Bergen sind kostbar, also genießen Sie sie! Konzentrieren Sie sich nicht nur aufs Filmen. Aber unbedingt auf die Sicherheit: Die schönsten Aufnahmen sind nichts wert, wenn Sie nicht in einem Stück vom Berg kommen, um sie anderen zu zeigen.

 

Produkttipps

Actionkameras

• GoPro Hero8 Black: detailreiche und scharfe Bilder, sehr guter Bildstabilisator. Steuerung vom Smartphone möglich. Video kann auf Touchscreen sowie auf Smartphone abgerufen werden.
Preis: 429 Euro
• DJI Osmo Action: Hochwertige Verarbeitung, Videoaufnahmen in 4k und mit 60 fps möglich. Sprachsteuerung und einfach Bedienung. Touchscreen auf der Rückseite, zweiter Display für Live-Bild.
Preis: 329 Euro
• Garmin VIRB Ultra 30: Zeichnet Geschwindigkeit, zurückgelegte Distanz und Höhe während der Aufnahme auf. Herzfrequenzsensor koppelbar. Knalligere Farben als bei GoPro, kurze Lebensdauer des Akkus bei HD-Aufnahmen.
Preis: 357 Euro

 

Drohnen

• DJI – Mavic Pro – Quadcopter Drohne: Anti-Kollisionssystem, hohe Reichweite, lange Flugdauer. 700 g Gewicht, leistungsstark dank 24 Hochleistungsprozessoren. 4K-Kamera mit 12 Megapixeln, 3-Achsen-Gimbal zur Bildstabilisierung.
Preis: 889 Euro
• DJI Phantom 4 Pro – Drohne: Mit 1400 g Gewicht schwerer als Vergleichsmodelle, dafür aber längere Flugzeit (30 min), höhere Geschwindigkeit (72 km/h im Sportmodus), höhere Flughöhe (potentiell 6.000m). Die 20-Megapixelkamera kann sich sogar mit Bodenkameras messen.
Preis: 1699 Euro
• Parrot Anafi Drohne: Ultraleichter Carbon-Rahmen (Gewicht 320 g). Fluggeschwindigkeit 55 km/h, Flughöhe 4.500 m, Controller-Reichweite 4 km, maximale Flugzeit 25 min. 3-Achsen-Gimbal mit 180° Neigungswinkel. Integrierte 4K-Kamera. 21-Megapixel-Aufnahmen, die kaum einmal verwackeln.
Preis: 699 Euro

 

Smartphones

– Auch neue Smartphone-Modell wie das iPhone 11 Pro, 11, XR, X oder auch Samsung Galaxy S10, Note 10 und andere ermöglichen sehr gute Action-Aufnahmen, da die Qualität ihrer Kameras inzwischen sehr hoch ist. Besonders gute Bilder in Kombination mit einem Gimbal.

 

Zubehör

– Gimbal: Aufhängung oder Stativ zur Bildstabilisierung. Film-/DSLR-Kameras, Handys oder Actioncams werden darin so aufgehängt, dass sie sich nach allen Seiten drehen können, ohne aus dem Stabilisierungssystem herauszufallen. Für dynamische und absolut ruhige Bilder.

 

Schnittprogramme

• Adobe Premiere Pro: Profi-Videobearbeitungsprogramm erfüllt nahezu alle Ansprüche. Kann innerhalb der Adobe Creative Cloud abonniert werden.
Preis: Im Abo rund 24 Euro / Monat, mit Creative-Cloud etwa 60 Euro / Monat
• Apple Final Cut: Liegt mit Premiere gleichauf, wenn es um professionelle Videobearbeitung geht. Exklusiv für macOS. Ggf. Kompatibilitätsprobleme, wenn ein Video im Mac-Format gerendert und auf Windows-Computern abgespielt werden soll.
Preis: 330 Euro
• Da Vinci Resolve 16: Profi-Tool, mit dem auch Hollywood-Regisseure arbeiten. Benötigt etwas Vorwissen. Funktionen sehr ausgefeilt. Unschlagbare Farbkorrektur. Neue Schnittstelle für Special Effects und Animation. Intelligent gestaltete Werkzeuge.
Preis: kostenlos