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Mikaela Shiffrin im WM-Gespräch: „Ich spüre die Energie in Vail“

Text: Bernhard Krieger

Mikaela Shiffrin ist das Wunderkind des alpinen Rennsports. Gerade mal 19 Jahre alt hat die Amerikanerin im Slalom schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren den Slalom-Weltcup gewonnen und sie ist amtierende Weltmeisterin und Olympiasiegerin in dieser Disziplin. In Vail und Beaver Creek will sie ihren Titel verteidigen. Für die erfolgsverwöhnte Shiffrin wäre Gold in Colorado ein riesiger Triumph – schließlich ist Vail ihre Heimatstadt. Vor dem Saisonhöhepunkt hat Mikaela Shiffrin mit Ski-Journalisten aus aller Welt über die WM in ihrer Heimatstadt gesprochen – Ski USA war dabei.

Im Februar steigt die Weltmeisterschaft in Vail und Beaver Creek. Herrscht schon WM-Fieber in Colorado?

Langsam aber sicher verfällt jeder in Vail in eine regelrechte Ekstase. Über den Sommer und den Herbst ist die Anspannung nochmal enorm gestiegen. Alle sind total aufgeregt, ich habe die Energie in der Stadt und in den Menschen gefühlt. Auch ich kann es kaum erwarten, im Februar wieder dort anzukommen.

Die meisten Rennen werden in Beaver Creek stattfinden, die der Frauen auf einer dort eigens neu angelegten Strecke.  Was halten Sie davon?

Meiner Meinung nach war das die bestmögliche Entscheidung. Birds of Prey in Beaver Creek ist mein absoluter Lieblingshang für den Riesenslalom. Als klar war, dass die WM nach Vail kommt, hatte ich mich bereits unheimlich gefreut, dort anzutreten. Kurz danach hieß es ja dann, dass nur der Männerwettbewerb dort stattfinden soll und für die Frauen eine neue Piste gebaut wird. Da war ich erst etwas enttäuscht. Um so schöner ist es jetzt, wo wir doch auf dem selben Hang wie die Männer fahren. Das steigert auch nochmal die Atmosphäre.

WM Skistar: hohe Erwartungen an Mikaela Shiffrin

Nach Ihren großen Erfolgen sind die Erwartungen an Sie gerade bei der Heim-WM enorm. Belastet Sie das nicht?

Ich habe das Gefühl, dass die Erwartungen, also das, was andere Athleten als Druck bezeichnen, auf mich eher befreiend wirkt. Wenn die Welt an mich glaubt und überzeugt ist, dass ich es aufs Treppchen schaffe, ist das sehr beflügelnd für mich. Es motiviert mich umso mehr, alles zu geben.

Vail trägt bereits zum dritten Mal die WM aus. Haben Sie von den vorhergehenden Weltmeisterschaften eigentlich was mitbekommen?

Ich habe mir, um ehrlich zu sein, noch gar nichts davon gesehen. Aber vielleicht sollte ich das schleunigst tun, wozu haben wir Youtube und Co. Die Abfahrtsrennen auf der Birds of Prey habe ich mir natürlich jedes Jahr angeschaut. Es ist einfach unglaublich aufregend, die WM wieder in Vail zu haben. Auf einem Ortsschild in Vail steht noch „Austragungsort der WM 1989“ und jetzt können wir auch 2015 hinzufügen – das ist einfach cool.

Macht die Heim-WM Sie nicht nervös?
Nein, ich bin nicht nervös und ich glaube, ich werde auch nicht nervös sein. Ich bin in meiner Heimatstadt, kann in meinem eigenen Bett schlafen und daheim duschen. Es gibt immer meine Lieblingsspeisen, es wird sich einfach anfühlen wie Heimat und das beruhigt total.

Skistar Mikaela Shiffrin: Heimvorteil nutzen

 

Dann haben Sie also eher einen Heimvorteil?

Natürlich – meine Mutter wird mich abends zudecken, mir Morgens Frühstück machen und meine Wäsche waschen (lacht). Spaß beiseite, es ist ein ganz spezielles Gefühl, zu Hause zu sein. Während so einer langen Saison ist man die meiste Zeit in Europa und da ist das eine herrliche Abwechslung.

Auch auf Reisen sind Sie aber selten allein…

Meine Mutter reist immer noch mit mir zu den Rennen, denn sie hat ein hervorragendes Auge für Ski-Rennen. Auch nachdem ich mit dem Training fertig bin, schaut sie mit mir nochmal die Aufnahmen vom Rennen an. Sie unterstützt mich bei allem was ich tue und sie versteht meinen Sport, das ist sehr hilfreich. Es ist einfach unbeschreiblich, wie sehr sie mir hilft.

Sie sind unglaublich erfolgreich – was macht Sie so stark?

Die Erfolge sind nicht allein mein Verdienst, sondern der eines ganzen Teams. Skifahren ist eine Individualsportart und ich bekomme die ganze Aufmerksamkeit, weil ich letztendlich all diese Rennen fahre und nur ich gesehen werde. Aber da sind mindestens sechs Leute, die hinter mir stehen und mir jeden einzelnen Tag helfen. Du brauchst drei Trainer, um ein anständiges Training durchzuführen und einen Physiotherapeuten, der dich körperlich fit und gesund hält. Meine Mutter kümmert sich darum, dass ich auch mental vorbereitet bin, auf das was mich erwartet, auch die Fans spielen eine große Rolle und so könnte die Liste derer, die mich unterstützen ewig weitergehen. Ich hatte viel Hilfe, den Durchbruch habe ich nicht allein geschafft.

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