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Ski Bums: Vagabunden der Berge

Text: Lukas Scheid

Sie reisen von einem Ski Resort ins nächste, jobben in Restaurants oder im Skiverleih, um in ihrer Freizeit die versteckten Schätze der Rocky Mountains, Monashees oder Chugachs zu suchen. Nein, wir sprechen nicht von Goldgräbern – die Rede ist von Ski Bums.

Ihre Kirchen sind die unberührten Hänge abseits vom Trubel des Massentourismus, ihr Gebet ist der Jubelschrei nach einer einzigartigen Abfahrt durch den puderweichen Powder, ihre Religion tragen sie an den Füßen. Nur eine Handvoll Menschen haben sich ihrer Leidenschaft, dem Ski- oder Snowboardfahren, so verschrieben wie sie. Der Begriff Ski Bum kommt aus dem englischen, wo das Wort Bum so viel wie Vagabund oder Rumtreiber bedeutet.

Ski Bums sind die Freaks der nordamerikanischen Ski Resorts

Der nächste Powderhang in Sicht

Der gemeine Ski-Urlauber trifft sie nicht besonders häufig, auch auf präparierten Pisten sind sie nur selten zu finden und dennoch, ihre Leidenschaft für den Wintersport ist unangefochten. Den gesamten Winter über sind sie alleine oder im Kollektiv in den Ski-Tempeln Nordamerikas unterwegs, auf der Suche nach den besten, den schönsten, den aufregendsten Hängen. Heute hier, morgen da und übermorgen… so weit denken sie erst gar nicht.

Auch in Banff, Whistler und Park City sind Ski Bums unterwegs

Dort, wo es ihnen gefällt, bleiben sie länger, suchen sich Jobs und eine günstige Unterkunft. Um Geld zu sparen, schlafen viele sogar im eigenen Fahrzeug. Das ist keineswegs ein wintertauglicher Camper, sondern meist ein alter VW-Bus oder Minivan. Überfüllte Ski-Resorts oder Orte, wo zu wenig Schnee liegt, meiden sie von vorne rein. Dabei beschränken sich die Ziele der Ski Bums nicht auf die kleinen unpopulären Resorts! Durchaus kann man auch in Kult-Skiorten wie Banff, Whistler oder Park City günstig über die Runden kommen. Natürlich nur mit gesenkten Ansprüchen, aber was bedeutet schon Luxus?

Ski Bums in Revelstoke…

In gewisser Weise führen Ski Bums ein Luxusleben. Alles, was sie benötigen, haben sie dabei. Einen fahrbaren Untersatz, ein paar Klamotten und ihr allerheiligstes Sportgerät. Ski Bums sind die Nomaden der Wintersportindustrie, Aussteiger der Gesellschaft. Sobald der erste Schnee fällt ziehen sie los und kehren erst wieder heim, wenn die Skilifte schließen und der Firn abgefahren ist. Sobald der Sommer vorüber ist, geht die Reise dann erneut los in die weißen Tempel der Freiheit.